Am vergangenen Samstag fand auf Uschi Ocean, der zu Uschi Island gehörenden Wasser-Sim, die erste “Uschi Regatta” statt.
Am Uschi Pier standen drei Boote zur Verfügung, die von jeweils einer Person gesteuert wurden (Teamsteuerung eines Bootes gibt es m.E. auch noch nicht in SL), welche dann aber auf Wunsch noch einige andere Personen als “Beifahrer” mitnehmen konnten.
Mit einer Notecard wurden die Mitglieder der Uschi Island Group bereits im Vorfeld über die Regeln aufgeklärt. Dort hieß es:
“nach 3 vollen runden die jeder teilnehmer vollendeten muss, wird das rennen gestoppt und der letzte scheidet aus. die verbleibenden zwei teilnehmer fahren wieder 3 runden und um den sieg in der gruppe. dabei wird erneut aus der box gestartet. frauen dürfen von der linken start position starten da es ein leichter vorteil ist. zuletzt fahren dann die sieger der jeweiligen gruppen gegeneinander bis der endgültige gewinner und die plätze 1 bis 3 fest stehen.”
Etwas grotesk mutet hier der Hinweis an, Frauen dürften aus der linken Box starten, da dies ein leichter Vorteil ist. Anders als im RL gibt es in SL ja keine realen physisch-anatomischen Unterschiede zwischen Mann und Frau die in einem körperlichen Wettkampf zu berücksichtigen wären. Beim Segeln in SL wäre es nur dann angemessen Frauen einen Vorteil zu gewähren, wenn man unterstellt, sie wären per se ungeschickter beim Steuern ihres virtuellen Bootes als Männer, was eine für Frauen nicht unbedingt schmeichelhafte Annahme wäre.

Mal ganz abgesehen davon, dass es in SL auch nicht unbedingt “Männer” und “Frauen” gibt, sondern eher “männliche” und “weibliche Avatare”. Will sagen, keiner weiß in jedem Fall welches Geschlecht sein Gegenüber im RL wirklich hat. Was kein Problem ist, nur macht es unter solchen Bedingungen auch wenig Sinn, in einem Wettkampf weiblichen Avataren einen Vorteil gegenüber männlichen Avataren einzuräumen.
Aber egal, denn aus welcher Box ein Teilnehmer gestartet ist, machte zumindest hier ohnehin nicht wirklich einen Unterschied (es würde vielleicht einen Unterschied bei Profis machen, wo es wirklich um Sekunden geht).
Viel mehr hatte Jens Hanriot – der die Aufgabe übernommen hatte den Ablauf des Rennens etwas zu organisieren – zunächst Probleme, überhaupt genügend Teilnehmer zusammenzubekommen. Die Uschianer fanden sich zuerst nur schleppend ein und viele von ihnen wollten dann auch nur zuschauen.

An der Gewinnsumme, die sich die drei besten Segler am Ende teilen durften, kann dies nicht gelegen haben: Insgesamt L$ 10.000 hatten die Owner zur Verfügung gestellt. Auch beworben wurde das Event recht ausgiebig.
Denkbar ist aber, dass am Samstag um 15 Uhr nicht so viele Leute Zeit hatten. Eine andere Erklärung wäre, dass viele es sich schlicht und ergreifend nicht zugetraut haben. Zwar gab es schon im Vorfeld etliche Möglichkeiten, das Fahren auf der Strecke zu trainieren, doch nur wenige Uschiristen hatten diese Option wahrgenommen.
Am Ende gelang es dann aber doch, wie geplant verschiedene Gruppen zu bilden aus denen dann die jeweils besten Mitglieder erneut gegeneinander antraten, um so die Gesamtsieger zu ermitteln.
Der Contest war dann – für SL keineswegs ungewöhnlich – etwas chaotisch. Nachdem das Rennen schon gestartet wurde, wurde die erste Runde wegen Unklarheiten als Aufwärmrunde gewertet, das Rennen also noch einmal neu gestartet. Dann bekam eine Teilnehmerin nicht mit, dass in einem Durchlauf drei Runden in einem Stück gefahren werden und nicht jede Runde neu gestartet wird.

Etwas nervenaufreibend gestalteten sich die ungewollten Zwangspausen zwischen den Durchgängen, welche darauf zurückzuführen waren, dass einige Teilnehmer trotz mehrfacher Aufforderung nicht ihr Boot besteigen wollten bzw. es Unklarheiten gab, wer jetzt überhaupt an der Reihe war.
Etwas Lag gab es auch, auf einem meiner Snapshots kann man z.B. sehen, wie ein Beifahrer hinter dem Boot zurückfällt, es also so wirkt, als wäre er über Bord gegangen. Das Boot bewegte sich also schneller, als der Insasse. Dennoch kann man nicht behaupten, es hätte ein echtes Lag-Problem gegeben, solche Aussetzer hielten sich in Grenzen.
Trotz oder gerade wegen dieser leicht chaotischen Zustände mutierte die Regatta zu einer Mordsgaudi. Denn wenn man das Rennen nicht ganz so ernst nahm, es eher als Entertainment-Event denn als ernsthaften sportlichen Wettbewerb betrachtete, konnte man das “Chaos” als durchaus unterhaltsam wahrnehmen.
Anders als bei professionelleren Segel-Wettbewerben die teilweise über mehrere Stunden gehen und sich über mehr als eine Sim erstrecken, gab es bei der Uschi Regatta auch keinen Einfluss durch Wind. Für viele “echte” SL-Segler gehört der SL-Wind natürlich dazu, er macht es aber auch schwieriger das Boot zu steuern. Und auf Uschi Ocean traten keine Profis an, die Teilnehmer machten das größtenteils zum ersten Mal und auch nur “just for fun”, um es mal auszuprobieren.

Natürlich führten die für eine solche Veranstaltung durchaus saftigen Gewinne dazu, dass einige Teilnehmer einen gesunden Ehrgeiz entwickelten. Nur wie gesagt, im Vordergrund stand trotzdem der Fun, nicht das Gewinnen um jeden Preis. Denn geht man zu verbissen in eine solche Regatta, macht es vermutlich auch keinen Spaß mehr.
Den ersten Platz (L$ 5.000) erreichte schließlich der Uschi Neuzugang Ponder Constantine, den zweiten Platz (L$ 3.000) machte Anja Halberstadt und Dritter (L$ 2.000) wurde Leoni Ballinger, die als Uschi Co-Owner eigentlich gar nicht mitmachen wollte.
Die Gewinne wurden dann Abends auf einer Abschluss-Party ausgezahlt. DJane Amphi Adamczyk sorgte hier für die musikalische Untermalung und einen geselligen Ausklang des Events.




