Archiv für Oktober, 2008

Massive Proteste gegen Preiserhöhung bei Openspace Sims

Bis zu 60 Second Life Nutzer fanden sich am letzten Dienstagabend (MET) auf der „Linden Estate Services“ Sim zu einer Demo ein. Einige der hauptsächlich französischsprachigen Teilnehmer führten dabei sogar die schwarz-rote Flagge des Anarchosyndikalismus bei sich. War es also endlich soweit? Die Überwindung des Kapitalismus im Metaversum?

Natürlich nicht ganz. Die kleine Revolution zielte nicht auf die Übernahme von (virtuellen) Produktionsmitteln durch die SL Bewohner, sondern richtete sich gegen die neue Preispolitik von Linden Labs (LL) bei den so genannten Openspace Sims.

Openspace Sims, im SL-Slang manchmal auch „Low Prim Sims“ genannt, sind spezielle von LL im März diesen Jahres eingeführte Sims, deren Primzahl auf 3750 beschränkt wurde, die dafür aber schon für USD$250 Einrichtungs- und dann USD$75 Monatsgebühr zu haben waren.

Während eine normale Sim jedoch ihren eigenen Prozessor (CPU) hat, teilen sich vier Openspace Sims einen CPU. Auch muss man zunächst einmal eine normale Sim haben, bevor man dann eine oder mehrere Openspace Sims erwerben kann.

Eine weitere wichtige Einschränkung betrifft die Nutzungsmöglichkeiten der Openspace Sims. Sie sind nur für „leichte Nutzung“ gedacht, die SL Residenten sollen hier z.B. offene Wasserflächen zum Bootfahren oder malerisch schöne Wälder einrichten. Bauen, leben, mieten oder Events veranstalten ist auf diesen „verbilligten“ Sims dagegen aus Gründen der Performance nicht gestattet (siehe „What are Openspaces and what do they cost?“, in: Second Life Knowledge Base).

Trotz dieser Einschränkungen wurden die neuen Openspace Sims LL regelrecht aus den Händen gerissen. Jedoch hielten sich offenbar viele SL Nutzer nicht an die beschränkten Nutzungsmöglichkeiten und verwendeten die Openspace Sims wie normale Sims, bauten also Häuser die sie vermieteten, veranstalteten Events, etc. Die Belastung dieser „Low Prim Sims“ war dann deutlich höher, als von LL erwartet.

Dies gab zumindest Jack Linden am vergangenen Montag auf dem offiziellen Second Life Blog bekannt und begründete damit einen Preisanstieg für die Openspace Sims um 66% zum 1. Januar 2009. Konkret steigt die Einrichtungs- oder Erwerbs-Gebühr von USD$250 auf USD$375 und die monatliche Gebühr von USD$75 auf USD$125 („Openspace Pricing and Policy Changes“, Second Life Blog, 27/10/08).

Diese Ankündigung löste in Second Life einen jener Proteststürme aus, die bei Missmanagement durch LL in regelmässigen Abständen zwar immer mal wieder vorkommen, dabei jedoch nur selten solche Dimensionen annehmen wie in diesem Fall. Es gründete sich eine Gruppe namens -SOS- (Save Our (Open)Sims) die innerhalb von drei oder vier Tagen über 3.000 Mitglieder verbuchen konnte und deren Protest-Schilder und -Flaggen zur Zeit überall zu sehen sind. Als die Group nach einem internen Zwist wieder aufgelöst wurde, schlossen sich der Nachfolge-Group +SOS+ bereits innerhalb der ersten 24 Stunden auch wieder 1755 SL Residenten an („Vryl Valkyrie Nukes 3000 Member OpenSpace Protest Group“, Second Life Herald, 30/10/08).

Die SOS-Bewegung koordiniert nahezu täglich Protestaktionen und Demonstrationen in SL. So fanden Proteste nicht nur auf der eingangs bereits erwähnten „Linden Estate Services“ Sim sondern z.B. auch auf den neuen von LL jüngst ins Leben gerufenen „Nautilus“ Vorzeige-Sims statt. Hier musste sich der Protest dann sogar aufsplitten, da mehr Leute zur Demo kamen, als eine einzige Sim aufnehmen konnte. Mindestens eine der Nautilus Sims soll dann unter dem Ansturm auch gecrasht sein („Open Spaces Protest Closes Nautilus Sim!“, Second Life Herald, 28/10/08).

Im bekannten SL-Portal SLinside.com gibt es einen Foren-Thread in dem die Leute einfach nur auflisten, welche geplanten oder bereits existierenden Sim-Projekte durch die angekündigte Preiserhöhung sterben werden („Open Space Preiserhöhung – welche Projekte sterben?“, SLinside.com). Darunter sind viele kleinere Projekte ebenso wie größere, ambitioniertere wie z.B. das German Newbie Center (GNC) von New Simland Estate.

Die treibende Kraft hinter New Simland und eine der größten Landbesitzerinnen im deutschsprachigen SL, Kristina Simon, rechnet in einem Blogeintrag gnadenlos mit der Preispolitik von LL ab. Nachdem durch LL bedingten Preisssturz der Sims der durch die Einführung der Openspace Sims zusätzlich angeheizt wurde, hatte sich Kristina mühsam auf die neue Situation eingestellt und viele ihrer Fullsims gegen teuer Geld in Openspaces umgewandelt. Nun steht sie vor dem Scherbenhaufen ihrer Bemühungen, da LL quasi über Nacht einen Preisanstieg der Openspace Sims ankündigt und Kristinas gesamte Kalkulationen über den Haufen wirft. Das vernichtende Fazit: Die für den Einsatz von Kapital essentiell wichtige Planungssicherheit ist bei Linden Labs ganz einfach nicht gegeben („SOS: Save our Open Sims!“, Second Life Insiders, 28/10/08).

Kontrovers diskutiert wird auch, ob LL im Vorfeld nicht deutlich präziser hätten definieren müssen, was sie genau unter „Missbrauch“ der Openspaces Sims verstehen und dann gegen einzelner Missetäter hätten vorgehen müssen, anstatt einfach eine kollektive Preiserhöhung anzusetzen. Dass es „Missbrauch“ bei keiner Kontrolle und keiner wirklich klaren Grenzziehung geben würde, hätte LL klar sein müssen.

Jack Linden betont, alle Vorschläge, Einwände, Kritikpunkte, etc. würden sorgfältig geprüft („Update regarding the Openspaces announcement“, Second Life Blog, 29/10/08). Und tatsächlich mangelt es nicht an Alternativvorschlägen, wie z.B. einfach die Anzahl der Personen die sich zeitgleich auf einer Openspace Sim aufhalten dürfen auf 10 zu begrenzen.

Dass sich LL aber auf diese Alternativvorschläge wirklich einlässt und im Zuge des starken Gegenwindes die angekündigte 66-prozentige Preiserhöhung zurücknimmt, ist dagegen eher unwahrscheinlich. So laut der Aufschrei durch Gruppen wie der SOS-Bewegung auch sein mag, ähnliche Protestversuche gab es in Second Life auch früher schon und Linden Labs konnte sie immer erfolgreich aussitzen. Den resignierenden Sim-Betreibern stehen einmal mehr jene gegenüber, die die Kröte dann eben schlucken und die Preiserhöhung mitmachen.

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Schönheitswettbewerb auf Uschi Island

Nach einer längeren Vorbereitungsphase war es dann am letzten Sonntag endlich soweit: Auf Uschi Island wurden in einem Schönheitswettbewerb „Miss Uschi“ und „Mister Uschi“ gekürt.

Von den ursprünglich 18 Teilnehmern die sich angekündigt hatten, erschienen zwar einige nicht, dafür kamen jedoch andere hinzu, so dass am Ende doch 15 oder 16 Beteiligte über den Laufsteg wanderten. Dieser wurde extra für dieses Event auf Uschi Island aufgestellt.

Anders als etwa bei einer Mode-Show ging es in diesem Wettbewerb wirklich nur um den Körper des jeweiligen Avatars. Im wesentlichen also um Skin, Shape und Hair. Darüber hinaus durften die Teilnehmer auch noch diverse Accessoires wie z.B. Schmuck oder Tattoos mitbringen.

Um die Kleidung sollte es dagegen ausdrücklich nicht gehen, weshalb alle Teilnehmer dieselben Sachen tragen mussten, die von Organisatorin Pipi Pfeffer gestellt wurden.

Jeder Teilnehmer musste sich den zahlreichen Besuchern in drei Durchgängen stellen. Zuerst ging es um einfache Freizeitmode bestehend aus einem T-Shirt und einer Jeans. Im zweiten Durchlauf war dann Bademode gefragt, hier trumpften die Damen in Bikinis auf (deren Farbe man ändern konnte) und die Herren in Shorts. Im letzten Durchgang ging es dann um die Abendgarderobe, welche bei den weiblichen Teilnehmern aus einem Ballkleid und bei den männlichen Kandidaten aus einem schwarzen Anzug bestand.

Die von Anja Halberstadt konstruierte Bühne erlaubte es den Teilnehmern den Catwalk hinunterzulaufen, um dann am unteren Ende aus einer Vielzahl von Posen einige Favoriten auszuwählen. Anschließend liefen die animierten Teilnehmer dann wieder zurück und machten sich hinter dem Vorhang bereit für den nächstfolgenden Durchgang.

Trotz einer vorhergehenden Generalprobe lief das aber natürlich wie immer nicht ganz reibungslos ab. Einige Teilnehmer stürzten mit ihren Clients auf der stark besuchten Sim ab, andere kamen trotz Zusage nicht, andere waren nachträglich nominiert und kannten daher die festgelegte Reihenfolge der Startplätze nicht bzw. hatten dann Probleme mit dem Runway-Poseball, der die Teilnehmer über den Laufsteg gleiten ließ.

Als störend betrachteten einige Teilnehmer die manchmal etwas prollig bis vulgären Zwischenrufe des johlenden Publikums. Eine Kandidatin begründete ihr vorzeitiges Ausscheiden neben dem starken Lag sogar mit eben diesen Zwischenrufen, die sie als unmöglich empfand.

Hauptproblem an diesem Nachmittag war allerdings tatsächlich der Lag. Mit bis zu 41 Personen zeitgleich auf der Sim ächzte Uschi Island ganz schön unter dem Andrang. Insbesondere Besucher mit vielleicht nicht optimaler Computerausstattung hatten ganz schön zu kämpfen und konnten sich nur noch in Zeitlupe fortbewegen.

Diese Probleme sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies insgesamt ein wirklich gelungenes Event auf Uschi Island war, dessen Verlauf die große Mehrheit der Anwesenden mit begeisterten Glückwünschen quittierte.

Neben Pipi Pfeffer als Haupt-Organisatorin trug auch Moderator Stefan55 Kayo, bekannt durch das LaserStar Radio, maßgeblich zu diesem Erfolg bei. Er kommentierte das Geschehen, gab den Teilnehmern Anweisungen, entfernte uneinsichtige Besucher vom Laufsteg und spielte natürlich zwischendurch auch immer wieder Musik.

Die Uschi Island owner Tabea Siegel und Trinity Robson waren nicht anwesend, kamen jedoch wie immer für die Ausgaben (inklusive der insgesamt 2.000 Linden Preisgeld) auf und ermöglichten diesen Wettbewerb damit überhaupt erst.

Meine Aufgabe bei dem Ganzen bestand als „Souffleur vom Dienst“ hauptsächlich darin, Moderator Stefan live und vorher in Form eines Memos wichtige zu erwähnende Hinweise zukommen zu lassen. Ferner war ich wie immer für die offiziellen Snapshots zuständig, was in diesem Fall nicht ganz leicht war, da ich erhebliche Probleme mit dem Rezzen meiner Umgebung hatte.

Weiterhin war ich auch selbst auf dem Catwalk zu sehen, einer Bitte Pipis nachkommend, da die Veranstaltung ohnehin viel zu wenig männliche Teilnehmer hatte (insgesamt waren es nur vier). Meine gewagten Skin-Variationen, zwischen knall-grün und rot-gelb-weiß, gepaart mit einigen wilden Irokesen-Haarschnitten, fanden aber im Publikum bedauerlicherweise nur sehr begrenzt Anklang ^^.

Gewinner der 1.000 Linden Preisgeld wurde dagegen Mark81 Smit, bei den Damen mussten sich Fibimaus Rau und Elise Apfelbaum die Gewinnsumme teilen, da sie jede gleich viele Stimmen erhalten hatten. Daher bekamen dann also beide Damen jeweils „nur“ 500 Linden. Alle drei Gewinner haben zudem in der Uschi-Island-Group den Titel „Miss Uschi“ bzw. „Mister Uschi“ zugewiesen bekommen, der nun über ihren Namen steht – so sie das denn wollen.

Zur Ermittlung der Gewinner standen zwei Contest Boards zur Verfügung. Eine in SL sicherlich ganz generell nicht unumstrittene Methode, da hier bei manchen Wettbewerben immer derjenige gewinnt, der die meisten Freunde zum Event mitgebracht hat (oder fürs Voting extra herbei teleportieren lässt). Die Freunde voten für jemanden, weil sie ihn gut kennen – egal, ob er nach objektiveren Maßstäben nun wirklich der beste war, oder nicht.

Doch was wäre die Alternative zum Contest Board? Man kann z.B. eine Wettkampf-Jury aufstellen, deren ausgesuchte Mitglieder mit Fachkenntnissen dann darüber abstimmen, wer der Gewinner ist. Auch dieses System bietet aber viel Spielraum für Mauscheleien von daher ist ein „demokratisches“ Abstimmen des gesamten Publikums mit Hilfe eines Contest Boards vermutlich noch die beste Variante.

Beim nächsten Mal müsste man sicherlich einige Verbesserungen einführen, wie etwa eine Prim-Obergrenze pro Teilnehmer, damit die erlaubten Accessoires nicht in ein endloses Prim-Wettrüsten münden, welches der Performance der Sim bei solchen Massenaufläufen auch nicht unbedingt zuträglich ist. Auch ein generelles Off für alle AOs wäre sicherlich ganz praktisch.

Davon mal abgesehen war der Ablauf dieses ersten Schönheitswettbewerbs auf Uschi Island aber schon ganz gut, wie nicht nur die Veranstalter sondern auch die zahlreichen Besucher fanden. Das fast ausschließlich positive Feedback und das sehr starke Interesse legen es nahe, ein solches Event in naher Zukunft zu wiederholen.

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Burning Life 2008

„Burning Life“ ist ein jährlich in Second Life stattfindendes Festival, das von Linden Labs erstmals 2003 ins Leben gerufen wurde und sich an das „Burning Man“ Festival im Reallife anlehnt, welches ebenfalls jährlich aber in der Wüste von Nevada veranstaltet wird.

Nicht-kommerzielle, vergängliche Kunst

Genau wie auf dem „echten“ Burning Man Fest geht es auch beim virtuellen Burning Life um alternative Kunst und ausgelassenes Feiern. D.h., man achtet sehr darauf, dass kommerzielle Aspekte außen vorbleiben. Musiker die auftreten dürfen keine „Tips“ entgegennehmen, Künstler die ihre Skulpturen ausstellen dürfen diese nicht zum Verkauf anbieten, Werbung ist in der offiziellen Group untersagt, usw. Im Reallife muss man allerdings inzwischen bis zu 295 Dollar Eintritt für das Festival zahlen, die virtuelle Variante bleibt ihrer nicht-kommerziellen Ausrichtung hier treuer.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die „Vergänglichkeit“ des Festes und der ausgestellten Kunst. Linden Labs stellt seinen Nutzern für Burning Life zwar 22 Sims zur Verfügung, diese werden jedoch samt Inhalt kurz nach dem Ende des einwöchigen Festivals wieder vom Grid entfernt. Genauso wie auch im Reallife vom Burning Man keine Spuren in der Wüste verbleiben sollen. Man baut dann einfach im kommenden Jahr wieder eine ganz neue „Stadt“ auf.

Motto 2008: „American Dream“

Jedes Jahr hat das Festival ein anderes Motto, im letzten Jahr war es der „Green Man“, was sich dann auch in SL erkennen ließ, da man in vielen Kunstwerken Kritik an der ökologischen Zerstörung unseres Planeten ablesen konnte (wobei es aber keinerlei Verpflichtung gibt, seine Kunst am Motto auszurichten).

In diesem Jahr lautete das Motto „American Dream“ und wurde in Second Life nicht mehr ganz so deutlich umgesetzt. Es gab jedoch Ausnahmen wie z.B. Strawberry Holidays „Burning Life Word Tree“ oder die viel gelobte „American Dreamer“ Installation von Jenne Dibou.

Die Vergabe der Ausstellungsplätze

Um die Vergabe der Ausstellungsplätze so fair und transparent wie möglich zu gestalten, entschied man sich dieses Jahr dafür, dass jeder der Interesse hat, auch die Chance bekommen soll, einen „Claim“ für sich zu reservieren. Dabei griff zunächst das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Wer also am schnellsten auf den Sims nach dem Startschuss auftauchte, konnte sich dort einen Platz sichern. Einige vorher gesperrte Restplätze wurden anschließend verlost, so dass auch Nachzügler zumindest noch eine Chance hatten (wenn auch keine sonderlich große, da sehr viele SL-Residenten an der Verlosung teilnahmen).

Dieses offene Verteilungssystem führte dazu, dass man virtuelle Kunst auf sehr unterschiedlichem Niveau zu sehen bekam. Einige Teilnehmer hatten sich wirklich Gedanken gemacht und mal wieder etwas Einmaliges auf die Beine gestellt, andere wussten ihren Stellplatz offenbar nicht so richtig zu füllen und blieben in ihren künstlerischen Ausführungen eher bescheiden. Interessierten sei hier z.B. die offizielle Burning Life Flickr-Group empfohlen, die zahlreiche Eindrücke der Kunstobjekte liefert.

Die musikalische Begleitung

Mein Interessenschwerpunkt galt in diesem Jahr jedoch eher der musikalischen Begleitung. Denn die Besucher sollen nicht nur durch die Ausstellungsstücke auf die Burning Life Sims gelockt werden, sondern dort auch etwas länger verweilen, um Partys zu feiern, wofür ein möglichst breit angelegtes Musikangebot unabdingbar ist.

Zentraler Anlaufpunkt war hier die so genannte „Center Stage“, wo sich während des einwöchigen Festivals in der Regel die meisten Personen aufhielten und wo sich unter einem großen Zeltdach auch die Hauptbühne befand.

Hier hörte ich mir z.B. Acts wie Peregrine Singh oder Cypress Rosewood an, die zwar von den Anwesenden gefeiert wurden, jedoch eher für einen ruhigeren Musiktyp stehen, also nicht unbedingt klassische Stimmungsmacher sind. Es war jedenfalls keine Musik, zu der man sofort los tanzen würde. Für deutlich mehr Action sorgte da schon DJane Metallia Stygian mit sehr rocklastigen Titeln.

Während die „Center Stage“ zumindest immer gut besucht war, konnte man das von anderen Bühnen mit parallel stattfindenden Musikshows nicht unbedingt sagen. So erschien ich zwar Mitten im Konzert des Keyboarders Hiroshi Kumaki, war allerdings der einzige Gast. Auch die durchgängig laufende Party der United Federation Starfleet am „Wormhole“ war zumindest immer wenn ich vorbeischaute nur sehr schlecht besucht.

Uhrzeit der Abschlussveranstaltungen bis zuletzt geheim

Abgeschlossen wurde Burning Life wie immer mit zwei großen Events „The Man burns“ und „The Temple burns“. Wie auf dem echten Burning Man im RL, endet also auch die virtuelle Ausgabe mit dem Abfackeln einer riesigen Holzfigur. Das Spektakel lief zwei Mal ab, am Samstag um 3:30 AM und um 6 PM (SLT). Diese Uhrzeiten wurden jedoch erst sehr spät bekanntgegeben, womit ich den Termin leider verpasste.

Bei der zweiten traditionellen Zündelei, dem Abfackeln des Tempels war ich dann dabei, obwohl hier die Uhrzeit auf der Website erst gar nicht bekanntgegeben wurde. Über die offizielle Group erfuhr ich jedoch zumindest, dass jemand glaubte, es sei um 6 PM SLT soweit, was dann auch stimmte (tatsächlich gab es wohl bereits um 3 PM eine weitere „Show“).

Unklar bleibt, warum der genaue Zeitpunkt der beiden Abschluss-Feuer anders als im letzten Jahr so geheim gehalten wurde. Vermutlich um zu verhindern, dass die vier Sims auf die sich das Spektakel dann jeweils verteilte unter dem Ansturm einbrachen. Was nur bedingt gelang, denn der Lag war wie immer bei solchen Massenveranstaltungen mörderisch und ich bin mir nicht sicher, ob zwischendurch nicht doch zumindest eine der vier Sims kurz weg vom Fenster war.

Darüber hinaus kann diese Geheimniskrämerei mit der Uhrzeit natürlich auch als vorbeugende Maßnahme gegen mögliche Griefer-Attacken gewertet werden. Nach dem Motto, je später die Uhrzeit bekanntgegeben wird, desto schwerer dürfte es möglichen Störern fallen, einen koordinierten Angriff auf die Veranstaltung durchzuführen.

Resümee

Ähnlich wie bei der alljährlichen Geburtstagsfeier von Second Life gibt es auch beim Burning Life immer wieder eine Diskussion, inwiefern solche offiziellen von Linden Labs initiierten (aber weitgehend von freiwilligen Helfern geplanten und durchgeführten) Events überhaupt noch nötig sind.

Erstens gibt es inzwischen viele andere Festivals in Second Life (die nicht von LL ausgehen), zweitens gibt es immer wieder Kritik an der schlechten Organisation / Kommunikation und an der Ausnutzung der SL-Nutzer durch LL (siehe dazu z.B. Gwyneth Llewelyn, „The SL5B Drama: Crowdsourcing Fiasco Or Devious Plan?“).

Demgegenüber steht die immer noch hohe Annahme der Festivals durch die Nutzer, wie jetzt auch wieder beim Burning Life zu sehen war. Viele SL-Residenten haben atemberaubende Kunstwerke aufgestellt und ein einfacher Blick auf die Map zeigte zu jeder Tages- und Nachtzeit, dass die 22 Sims sicherlich nicht unter Besuchermangel litten.

Etwas schwach war jedoch wie oben ausgeführt das musikalische Rahmenprogramm. Die „Center Stage“ war zwar immer gut besucht, die Musik jedoch oft etwas dröge und für meine Begriffe leicht einschläfernd. Jenseits der „Center Stage“ schienen viele Konzerte dagegen gar nicht erst wirklich in Gang zu kommen, hier fehlte dann oft wirklich Publikum für eine Party.

Einmal mehr offenbarte Burning Life zudem nicht nur die kreative Vielfalt in Second Life, sondern eben leider auch die technischen Schwächen des Systems, das sofort anfängt laggy zu laufen, wenn nur mehr als 25 Personen am selben Ort auf einer Sim zusammenkommen. Der Versuch dieses Problem zu lösen, indem man aus der genauen Uhrzeit der Abschluss-Events bis kurz vor Beginn eine Art „Staatsgeheimnis“ macht, um so vermutlich auch die Anzahl der Anwesenden zu drücken, gibt zudem ein eher fragwürdiges Bild ab.

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